Was es heißt eine Sissy zu sein

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Je nachdem wen man fragt, was der Begriff „Sissy“ bedeutet, bekommt man unterschiedliche Antworten. Die meisten werden sicher nicht wissen, was eine Sissy ist. Geschweige denn was es heißt eine Sissy zu sein. Andere, die vielleicht schonmal das Wort „Sissy“ gehört haben, denken, dass Sissys schwanzgeile Schwuchteln sind. Oder, dass es gehirngewaschene Wesen sind, die nicht mehr dazu in der Lage sind eine Frau zu ficken, selbst wenn man eine nackt auf sie werfen würde.

Und dann gibt’s natürlich noch die, die Sissy für eine Trilogie aus den 50ern mit Romy Schneider halten.

Naja, was soll man dazu sagen. Obwohl wir in Deutschland mittlerweile sehr tolerant und liberal geworden sind, habe zumindest ich das Gefühl, dass Sissys eher eine kleine Randgruppe sind. Eine Randgruppe, die sich irgendwo zwischen Transgender, Drag Queen und Crossdresser bewegt.

In Wahrheit ist es natürlich deutlich komplizierter. Eine Sissy ist deutlich zu vielschichtig als dass man sie in eine bestimmte Schublade stecken könnte. Deshalb ist die Frage gar nicht so uninteressant was es heißt eine Sissy zu sein.

Sind alle Sissys schwul?

Sind alle Sissy schwul

Viele Menschen verwechseln allzu leicht die Geschlechteridentität mit der sexuellen Ausrichtung oder Orientierung. Menschen mögen es die Dinge klar zu benennen, zu kategorisieren und messbar zu machen. Das ist auch logisch, da es das Leben ungemein vereinfacht und wir bestimmte Situationen aufgrund früherer Erfahrungen schnell einschätzen können.

Bei Sissys ist das jedoch etwas komplizierter. Sissys sind nicht schwarz oder weiß. Hier verschwimmen die Grenzen; oder werden pink 😉.

Insgesamt scheinen die konventionellen Bürger sehr stark verwirrt zu sein, sobald es in den queeren Bereich geht.

Aber kann man alle Personen, die im weitesten Sinne zu dieser Gruppe gezählt werden wirklich in einen Topf werfen? Sind Transgender, Crossdresser, Sissys, Drag Queens, (Sex-)Sklaven und der Macho, der sich heimlich Frauenunterwäsche über seinen beharrten Arsch streift alle gleich?

Natürlich nicht!

Wir sehen zunächst nur das Äußere der Menschen und bilden uns daraufhin eine Meinung. Im Falle einer Sissy sehen wir eine Person, die äußerlich eine Frau ist oder sich auf dem Weg befindet eine zu werden. Daraus schlussfolgern wir, dass diese Person ein sexuelles Interesse an Männern hat, da es dem konventionellen Beziehungsbild entspricht.

Doch das ist offensichtlich nur vordergründig der Fall und trifft für Sissys, die in einer Beziehung mit ihrer dominanten Frau/Freundin leben nicht zu. Führt dieses Paar auch eine Cuckold Beziehung, beginnen die Grenzen wieder zu verschwimmen. Noch deutlicher hingegen wird es, wenn die Sissy ein Dienstmädchen oder eine Sexsklavin ihrer Herrin ist. In allen drei Beziehungsformen dürfte die Sissy dem weiblichen Geschlecht jedoch wesentlich stärker als dem männlichen zugetan sein.

Allein an diesem kleinen Beispiel zeigt sich bereits wie kompliziert die sexuelle Ausrichtung einer Sissy sein kann.

Was will eine Sissy?

Was will eine Sissy

Selbstverständlich möchte ich mir nicht anmaßen zu wissen was alle Sissys wollen. Aber ich kann ja zumindest für mich sprechen und vielleicht findet sich der ein oder andere ja in dem wieder, wie ich es empfinde.

Zunächst glaube ich, dass Sissys sich in ihrer sexuellen Orientierung und in ihren Vorlieben entwickeln. Die meisten Sissys, die ich kenne – inklusive mir selbst – starten ihre Sissyfizierung an einem Punkt, an dem man sie noch als heterosexuellen Mann bezeichnen würde.

Während meiner gesamten Jugend und zu Beginn des Erwachsenenalters war ich 100% hetero und darauf konditioniert Frauen nach Titten, Arsch, Lippen, usw. zu bewerten, klassifizieren und zu entscheiden: ficken – ja/nein.

Erst nach und nach begann ich mich für passiven Analsex zu interessieren. Dann für Schwänze. Anschließend für Sex mit Männern und zu guter Letzt wie man eine Sissy wird.

Diese Entwicklung dauerte mehrere Jahre und war insbesondere von Neugierde und sexueller Experimentierfreudigkeit getrieben.

Obwohl ich heute gerne Sex mit Männern habe – das heißt mich von ihnen ficken lasse – liebe ich trotzdem den weiblichen Körper. Brüste, Ärsche und Muschis finde ich unglaublich attraktiv und ich liebe es dominante Frauen mit meiner Zunge dort zu liebkosen, mit einem Dildo zu befriedigen oder sonst wie ihre Wünsche zu erfüllen.

Aber nur weil ich mich gerne von Männern ficken lasse, würde ich mich nicht als schwul bezeichnen. Alleine schon deshalb, weil ich mir nicht mal im Ansatz eine Beziehung mit einem Mann vorstellen kann.

Auf der anderen Seite glaube ich aber nicht, dass ich heterosexuell bin, weil ich mir keine konventionelle Beziehung mehr mit einer Frau vorstellen kann. Für mich gibt es nur noch ein Sissy-Herrinnen-Verhältnis.

Vielleicht bin ich bi, vielleicht auch nicht. Vielleicht bin ich auch einfach nur eine Sissy, die keine klare sexuelle Präferenz hat.

Also, was heißt es eine Sissy zu sein?

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Sissys sind besondere Geschöpfe, die sowohl eine innere als auch teils sehr starke äußere Veränderung durchlaufen oder durchlaufen haben.

Es lässt sich nicht in einem Satz zusammenfassen, was es heißt eine Sissy zu sein. Die einzige Möglichkeit die wir haben, sind die einzelnen Facetten zu benennen und der Komplexität des Sissy Daseins Rechnung zu tragen:

Sissys sind eine Art Transvestit oder Crossdresser, deren Intension jedoch nicht ausschließlich darin liegt sich weiblich zu kleiden. Sie streben eine übertriebene Form von Weiblichkeit an – allerdings aus einem heterosexuell, männlichen Blick heraus.

Sissys wollen keine Frau im traditionellen Sinne werden. Sie möchten eine Frau werden, die in ihrer persönlichen Vorstellung perfekt ist.

Eine Sissy zu sein endet nicht damit Damenunterwäsche zu tragen und sich darauf einen runterzuholen. Sie wollen ihrer Idealvorstellung einer Frau entsprechen und entwickeln dabei einen Fetisch, der nicht im Schlaf- oder Badezimmer stehen bleibt. Der Fetisch übernimmt jeden Lebensbereich.

Sissys verbringen mehr Zeit damit sexy Unterwäsche anzuschauen und zu kaufen als konventionelle Frauen. Genauso wie sie mehr Zeit dafür verwenden sich zu rasieren, ihre Nägel zu pflegen und zu lackieren, ihr Makeup aufzulegen, usw. Eine Sissy zu sein ist eine Lebenseinstellung und eine Passion. Jeder muss hier seine persönliche Sissy Attitude finden.

Sissys sind tendenziell bisexuell, aber nicht im klassischen Sinn. Sissys werden in den seltensten Fällen sesshaft und heiraten einen Mann. Sie möchten einfach ihrem Idealbild einer Frau entsprechend, für die jeder Mann töten würde.

Trotzdem möchten sie Männer sexuell befriedigen, obwohl sie nicht schwul sind. Sie tun das, um Bestätigung zu erhalten. Die Bestätigung, dass sie in ihrem Streben nach ihrer weiblichen Idealvorstellung so gut geworden sind, dass sie das Interesse heterosexueller Männer erwecken.

Sissys sind unterwürfig. Crossdresser sind weiblich, aber nicht unbedingt unterwürfig. Sklaven sind unterwürfig aber nicht notwendigerweise weiblich. Eine Sissy ist beides. Sie ist bescheiden und möchte ausschließlich die Wünsche anderer erfüllen.

In der Folge beschäftigen sich Sissy früher oder später mit Keuschheit und Cuckold Beziehungen. Keuschheit ist ein probates Mittel die Finger von sich selbst zu lassen und die aufgestaute Geilheit in Energie für andere Dinge umzuwandeln. Cuckold zu werden muss nicht unbedingt sein, ist jedoch naheliegend wenn die Sissy eine Frau oder Freundin hat. Denn während die Sissy ein perfektes Frauenbild anstrebt, ist es unüblich als Mann sexuell aktiv zu sein und ihre Frau oder Freundin zu penetrieren. An der Stelle kommt der Lover ins Spiel.

Die Frau oder Freundin betrügt ihre Sissy nicht mit ihrem Lover. Die Frau kann die Sissy nicht mit einem Mann betrügen, da die Sissy kein Mann mehr ist. Im Gegenteil, die Sissy ist glücklich darüber, dass ihre Frau von einem Mann die sexuelle Befriedigung erfährt, die sie verdient hat.

Leider wird der Begriff Sissy heutzutage in einigen Bereichen etwas inflationär gebraucht. Ein unrasierter Kerl, der sich einen Slip überstreift, wird dadurch nicht zu einer Sissy. Genauso wird ein Mann nicht automatisch zur Sissy, nur weil er dünner geworden ist und eine Fastnachtsperücke aufsetzen kann. Sissy zu sein bedeutet eine bestimmte Lebenseinstellung zu haben und dieser alles andere unterzuordnen.

Eine Sissy wird eine Meisterin in Sachen Mode, Makeup und sexy Aussehen. Sich in Damenunterwäsche zu werfen und einen Steifen zu kriegen ist nicht Sinn der Sache. Sissys schärfen ihr Bild von Weiblichkeit und arbeiten so lange daran dieses zu erreichen, bis ihr Schwanz schlaff bleibt und zu einer Sissy-Clit geworden ist. Sissys wollen andere Schwänze hart machen und sich nicht nur selbst weiblich fühlen, sondern auch von anderen so wahrgenommen werden.

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