Mein Herzensprojekt

Ich habe immer davon geträumt mal einen eigenen Roman zu schreiben. Nun ist es soweit und mein Herzensprojekt wird Realität.

Das Buch gibts jetzt auf Amazon als eBook und Taschenbuch. Alle Kindle Unlimited-Mitglieder können ohne zusätzliche Kosten lesen.

Über Kommentare, was euch gefällt und was nicht, würde ich mich natürlich sehr freuen.

Buch Cover Machtverschiebung

Clemens und Saskia sind Anfang vierzig und seit vielen Jahren verheiratet.

Als wirtschaftliche Schwierigkeiten Clemens Unternehmen in eine Krise stürzen, wächst der Druck auf ihn immer weiter. Verantwortung, Entscheidungen und Sorgen bestimmen seinen Alltag.

Durch Zufall macht Saskia eine überraschende Entdeckung: Immer dann, wenn sie die Kontrolle übernimmt, scheint die Last auf seinen Schultern leichter zu werden.

Was als spielerisches Experiment beginnt, entwickelt sich zu einer neuen Dynamik, die ihre Beziehung grundlegend verändert. Gemeinsam tauchen sie Schritt für Schritt in die Welt des BDSM ein – voller Euphorie, Erkenntnisse, Rückschläge und Zweifel.

Während Saskia lernt, Verantwortung auf eine neue Weise zu übernehmen, muss Clemens entscheiden, wie weit er bereit ist, sich fallen zu lassen.

Leseprobe:

Inhalt

Kapitel 1 – Der Mann mit der Verantwortung

Kapitel 2 – Eine neue Dynamik

Kapitel 3 – Machtverhältnisse

Kapitel 4 – Ziele

Kapital 5 – Ungewöhnliche Maßnahmen

Kapitel 6 – Perspektivwechsel

Kapitel 7 – Eskalation

Kapitel 1 – Der Mann mit der Verantwortung

21:36 Uhr, es war wieder spät geworden im Büro, als Clemens seine letzte Mail verschickte. Erschöpft, aber zufrieden, lehnte er sich in seinem Schreibtischstuhl zurück und ließ noch mal ein paar Gedanken des Tages durch seinen Kopf streifen. Er schaute auf sein Handy, zwei verpasste Nachrichten. Beide von seiner Frau Saskia.

Die erste schrieb sie um 18:03 Uhr und erkundigte sich danach, ob er es heute zum Abendessen schaffe. Um 20:30 Uhr folgte die zweite Nachricht.

„Schade, dass es heute nicht geklappt hat. Ich hoffe, du arbeitest nicht zu viel und kommst einigermaßen klar. Ich freue mich auf später.“

Clemens schaute diese zweite Nachricht etwas länger an. Irgendwie war es für ihn erleichternd, aber gleichzeitig fühlte er sich damit auch ein wenig unwohl. dass Saskia so nachsichtig mit ihm war. Selbstverständlich liebte er das an ihr, dass sie ihm selten Vorwürfe machte und immer an seiner Seite stand und ihm den Rücken stärkte. Gleichzeitig kam er sich aber auch irgendwie schlecht dabei vor und hatte manchmal das Gefühl, diese gutmütige Art von ihr auszunutzen, indem er so viel Arbeit in die Firma steckte.

Er schaltete seinen Laptop aus, nahm seine Jacke und verließ das Büro. Auf dem Weg nach Hause überlegte er, ob er ihr ein kleines Geschenk mitbringen könnte. Blumen, Pralinen, irgendwas, um sich bei ihr auf diese Art entschuldigend zu zeigen. Doch leider hatten um diese Zeit keine Läden mehr auf, wo er hätte anhalten können. Und Tankstellenblumen waren ihm dann auch ein wenig zu geringschätzig.

Ungefähr gegen 22:00 Uhr kam er zu Hause an. Es brannte noch Licht im Wohnzimmer. Er legte seine Tasche ab, hängte seine Jacke auf, zog die Schuhe aus und ging rüber ins Wohnzimmer. Dort saß Saskia auf dem Sofa, eingekuschelt in eine Decke und las ein Buch bei dem schwachen Licht der Stehlampe in der Ecke. Saskia schaute zu ihm auf.

„Ah, da bist du ja“, sagte sie. „War’s heute anstrengend im Büro?“

Clemens nickte. Man konnte ihm eine gewisse Anspannung anmerken, doch nach dem kurzen Nicken sagte er, dass er an einer guten Sache dran wäre. Er führte in kurzen, knappen Sätzen aus, dass es ja aktuell nicht so gut auf dem Automarkt aussähe. Weder auf dem deutschen noch auf dem internationalen. Aber er versuche gerade, ein etwas größeres Geschäft aufzubauen. Und wenn er es schafft, neue Partner für sich zu gewinnen, dann wäre die Firma vermutlich bis zum Jahresende erstmal saniert und er müsste sich keine weiteren Gedanken machen.

Für Saskia klang es immer etwas zu kompliziert. Sie konnte sich zwar gut in die Abläufe des Büros hineindenken, wie man mit Mitarbeitern umgeht und was der Büroalltag bedeutete, doch sobald es anfing, technisch zu werden, war sie meistens raus aus der ganzen Sache.

Clemens hatte sein eigenes Unternehmen bereits im Alter von 20 Jahren aufgebaut. Er machte seine große Leidenschaft für Autos zu seinem Beruf, indem er irgendwann anfing, einzelne selten verbaute Ersatzteile selbst in Eigenarbeit herzustellen und diese an Restauratoren und Autofirmen zu verkaufen. Daraus entwickelte sich irgendwann ein tragfähiges Geschäftsmodell, sodass er selbst ein Unternehmen gründete und sich nun – zwanzig Jahre später – in der Autozuliefererbranche befand.

Doch die letzten Jahre verliefen nicht so rosig wie die ersten Jahre. Zunehmende Veränderungen auf dem Automobilmarkt, was technologische Anforderungen anging, die Bedürfnisse der Kunden, aber auch Konkurrenz aus dem Ausland machten ihm schwer zu schaffen. Das, was früher gut funktionierte, funktionierte nun langsam nicht mehr so gut und er musste sich überlegen, sich neu aufzustellen.

Er wollte sie nicht mit der neuen Lösung langweilen, an der er am Feilen war und das die Firma vielleicht wieder auf einen guten Kurs bringen konnte. Deshalb dieses kurze Abnicken auf ihre Frage hin. Danach setzte er sich neben sie auf die Couch und strich ihr eine Strähne der zum lockeren Pferdeschwanz zusammengebundenen Frisur hinters Ohr. Er sagte ihr, wie sehr er sie schätze, dass sie ihm keinen Vorwurf mache und er dafür unendlich dankbar sei, dass sie so hinter ihm stehe und er sie liebe.

Saskia quittierte das mit einem Lächeln und gab ihm damit zu verstehen: „Eigentlich ist doch alles gut. Ich bin immer für dich da.“

Er nahm sie in den Arm. Sie erwiderte die Umarmung und fragte: „Möchtest du noch was essen? Ich kann dir nochmal was warm machen.“

Dankend lehnte er ab: „Nein, um die Uhrzeit ist mir das ehrlich gesagt zu viel. Aber wirklich vielen Dank für das Angebot. Damit du es nicht wegwerfen musst, vielleicht kann ich es morgen mit auf die Arbeit nehmen und mir dort aufwärmen.“

„Klar“, antwortete Saskia, „das ist kein Problem.“

„Ich will noch kurz unter die Dusche“, sagte Clemens, „und dann, glaube ich, würde ich mal versuchen, etwas zur Ruhe zu kommen. Es war dann doch, auch wenn es ein einigermaßen zufriedenstellender Tag war, ein sehr anstrengender und aufreibender Tag.“

„Ist gut“, sagte Saskia. Clemens stand von der Couch auf und verließ das Wohnzimmer in Richtung Badezimmer. Saskia schaute ihm noch einen Moment hinterher und überlegte, ob sie sich Sorgen machen müsse oder ob er wohl doch alles im Griff hätte und es nur eine vorübergehende Phase sei. Er machte zur Zeit einen ziemlich angespannten Eindruck und war gedanklich sehr oft bei der Firma.

5:30 Uhr. Der Wecker klingelte heute früher als sonst und Clemens hatte sich einige Punkte auf seiner Liste notiert, die er heute abarbeiten wollte. Deshalb wollte er früher ins Büro als sonst. Leise schlich er sich aus dem Schlafzimmer. Saskia ließ er weiter schlafen.

Im Badezimmer machte er sich soweit fertig, verzichtete auf das Frühstück, sogar den Kaffee ließ er heute weg und machte sich so schnell wie möglich ab ins Auto und dann auf den Weg zum Büro.

An der Alarmanlage war er etwas irritiert. Normalerweise war er immer der Erste im Büro, doch heute musste er die Alarmanlage gar nicht abschalten. Das wunderte ihn, denn es wurde auch kein Alarm ausgelöst und er wurde auch nicht informiert, dass es einen Einbruch gegeben hätte. Daher schloss er die Tür auf und ging ins Büro. Am Ende des Flurs fiel ihm Licht auf, das aus einem der Büros strahlte. Er ging zu dem Zimmer, um nachzusehen, was dort los war. Dort saß Wolfgang an seinem Arbeitsplatz. Clemens war sich nicht ganz sicher, ob Wolfgang schon wieder da sitzt oder ob er immer noch da sitzt. Denn irgendwie machte er einen etwas verdatterten Eindruck. Wolfgang blickte stoisch in seinen Bildschirm und hämmerte auf die Tastatur, als gäbe es kein Morgen. Nicht einmal Clemens nahm er wahr, als dieser in der Tür stand.

Clemens schaute ihn an und fragte: „Wolfgang, alles okay?“

Wolfgang nickte geistig abwesend. Nochmals fragte Clemens: „Wolfgang, ist alles okay?“

Wolfgang blickt auf: „Ja, ja, ich mache das nur gerade fertig hier.“

„Wolfgang, was ist denn los?“, fragte Clemens.

Wolfgang antwortete, dass er noch diesen einen Vorgang hier weiter bearbeiten wollen würde. Das wäre wichtig für die Firma. Und er möchte sich gerne ins Zeug legen. Er wäre ja nun 58 und wenn es der Firma schlecht gehen und er vielleicht sogar seinen Arbeitsplatz verlieren würde, dann stünde er vor dem Nichts. Deshalb versuche er alles in die Waagschale zu werfen, um die Firma am Laufen zu halten.

Clemens war beeindruckt von dem Einsatz, den Wolfgang hier an den Tag legte. Er versuchte ihn zu beruhigen: „Wolfgang, alles gut. Wir haben eine angespannte Marktlage, aber kein Grund zur Panik. Wir sind an einem großen Deal dran und wenn dieser klappt, hat die Firma bis zum Jahresende keinerlei Probleme.“

Das beruhigte Wolfgang ein wenig, aber so ganz überzeugt war er noch nicht: „Ich hab noch etwa sieben Jahre bis zur Rente und die würde ich gerne hier verbringen.“

„Sechseinhalb“, korrigierte Clemens mit einem Augenzwinkern.  Clemens sorgte sich sehr um seine Mitarbeiter und war immer für sie da. Er hatte stets ein offenes Ohr und interessierte sich nicht nur für arbeitsbezogene Probleme, sondern eben auch für die privaten Belange seiner Mitarbeiter.

Er war der festen Überzeugung, dass die Mitarbeiter seine wichtigste Ressource waren. Geht es den Mitarbeitern gut, geht es der Firma gut.

Diesen Leitspruch trug er lange vor sich her. Allerdings hatte sich die Situation in den letzten Jahren nun mal etwas verändert und langsam musste er sich hinterfragen, ob seine Leitsprüche von damals, die ihn so lange durch den beruflichen Erfolg begleitet hatten, heute immer noch gültig waren.

Wolfgang beruhigte sich erst mal. Er ließ sich von Clemens davon überzeugen, dass das Schicksal der Firma nicht heute Morgen an seinem PC entschieden werden würde. Nach ein paar weiteren Sätzen, die sie wechselten, erklärte Wolfgang, dass er bereits seit 3:00 Uhr nachts wieder an seinem Arbeitsplatz sitze und nur vier Stunden geschlafen hätte.

Clemens, in seiner Fürsorge, schickte Wolfgang erstmal nach Hause und sagte: „Ruh dich mal aus. Alles wird gut.“ Anschließend machte Clemens sich selbst an die Arbeit.

Der Vormittag verging wie im Flug, doch wirklich was geleistet hatte Clemens an diesem Tag nicht. Nichts funktionierte, aber wirklich gar nichts. Die Verbindung zum Server riss dreimal ab, sodass Clemens seinen Entwurf immer wieder von Neuem schreiben musste. Irgendwann platzte es aus ihm heraus und er schrie über den Gang: „Jörg, dieses Scheiß-Internet! Bei welchem Provider sind wir? Ich denke ernsthaft darüber nach, diesen zu wechseln.“

Auch zwei andere Mitarbeiter waren heute bereits bei ihm im Büro und erkundigten sich, was mit dem System los sei und dass man heute überhaupt nicht arbeiten könne. In seiner hilfsbereiten Art versuchte Clemens zu helfen, wo er konnte, doch gegen Verbindungsabbrüche konnte er auch nichts ausrichten. Ein Telefonat jagte das nächste und gefühlt blutete ihm bereits das Ohr. Teilweise schaffte er es nicht mal mehr, den Hörer richtig in die Hörergabel zu legen. Erst im dritten Anlauf lag der Hörer richtig ab. Irgendwann schmiss er den Hörer nur noch Richtung Telefonapparat und hoffte drauf, die Gabel zu erwischen, um das Gespräch zu beenden.

Würde er nun endlich die Konzeptbeschreibung seiner neuen Lösung fertig kriegen? Seine Konzentration wurde durch das Grummeln seines Magens unterbrochen.

14:36 Uhr. Aha, Mittagspause mal wieder vergessen. Da fiel ihm ein, dass er das leckere Essen, dass Saskia ihm eingepackt hatte in den Kühlschrank gestellt hatte. Genervt von sich selbst, dass sie seinetwegen mal wieder zusätzliche Arbeit hatte, stampfte er in die Küche, um sich einen Kaffee zu holen. Dort standen Kerstin, Sabine und Erik, die über irgendwas tuschelten. Irgendwas wegen Zahlen, Firma und dass es nicht gut aussehen würde.

Als Clemens die Küche betrat, verstummte das Gespräch augenblicklich. Aber natürlich bekam er die Gesprächsfetzen mit, bevor er durch die Küchentür hineinkam. Bei sich dachte er: „Überlegen die jetzt ernsthaft, ob es dem Laden schlecht geht, nur weil es gerade mal nicht läuft? Was ist denn mit denen los?“

Normalerweise kämen Clemens solche Gedanken nicht in den Kopf. Er dachte immer an das Gute im Menschen. Auch wenn sie sich manchmal noch so dusselig anstellten. Aber er glaubte stets, dass es einen Grund dafür gäbe, warum sich Menschen so verhalten, wie sie sich verhalten. Doch heute menschelte es auch bei ihm. Er versuchte stets ein Vorbild für seine Mitarbeiter zu sein. Allerdings blieb dieser Wutausbruch wegen der Verbindungsabbrüche nicht unverborgen. Wie auch, wenn man quer über den ganzen Flur schreit.

Um 16:30 Uhr griff er zu seinem Handy. Er wollte eine Nachricht an Saskia schreiben: „Wird später.“

Er löschte sie wieder. „Hallo Schatz, ich schaffe es heute nicht zum Abendessen.“

Er löschte sie wieder. „Hallo mein Liebling, wie geht es dir? Ich hoffe gut. Bei mir ist leider ziemlich viel los. Ich werde es heute nicht zum Abendessen schaffen.“

Ja, das klang einigermaßen einfühlsam und wertschätzend ihr gegenüber, da er ja schon wieder nicht pünktlich am Abend zu Hause sein würde. Er war so unendlich dankbar für seine Saskia, dass sie ihm so sehr den Rücken stärkte. Und trotzdem oder gerade deswegen hatte er manchmal Selbstzweifel, ob er sie überhaupt verdient hätte. Ob es nicht einen anderen Mann gäbe, der sie vielleicht glücklicher machen könnte. Jemand, der für sie da ist und auch mal stark für sie ist.

Destruktive Gedanken dachte er. „Naja, ich überlege mir etwas und vielleicht können wir am Wochenende etwas Schönes zusammen machen. Ja, das klang gut.“

So beruhigte er sich erstmal, legte das Handy weg und arbeitete weiter. 21:34 Uhr war es diesmal, als er nach Hause kam. Saskia saß am Laptop. Sie hatte es endlich mal geschafft damit anzufangen ein Buch zu schreiben. Das war ihr Kindheitstraum. Sie wollte immer schon mal eine kleine Geschichte schreiben und sehen, ob sie wirklich das Zeug zur Autorin hätte. Seit 30 Jahren hatte sie diesen Wunsch jetzt schon vor sich her geschoben.

Sie war ein bisschen von sich selbst überrascht, als sie sah, dass sie bereits 14 Seiten geschrieben hatte – und das an einem Abend. Aber das war so ihre Art. Sie überlegte nicht lange, sondern legte einfach los. Ein kurzer Leitfaden, ein Tutorial oder ein paar Tipps reichten ihr und sie versuchte alles andere selbst herauszufinden, indem sie es einfach ausprobierte. Learning by doing, war ihre Devise.

Als sie den Schlüssel im Türschloss hörte und Clemens zur Haustür reinkam, rief sie: „Schatz, ich bin im Arbeitszimmer.“

Clemens ging hinüber, gab ihr einen Kuss und sagte: „Tut mir leid, dass es schon wieder so spät wurde.“

„Ja, Schatz, ist schon okay. Ich habe ja verstanden, dass du im Moment viel Arbeit hast.“

Clemens nahm die Worte dankend auf, aber irgendwie klangen sie diesmal ein wenig anders. Es klang so abbügelnd, mehr so nach… „Ja, ja, rede du nur. Du erzählst mir seit Wochen das Gleiche und nichts passiert, nichts ändert sich.“

Langsam machte er sich Gedanken, ob Saskia einfach aus Gewohnheit so war wie sie war oder ob es wirklich noch ernst gemeint war. „Was machst du da?“, erkundigte er sich. „Du sitzt doch sonst nicht so spät am Laptop.“

Saskia antwortete: „Ich habe etwas Neues entdeckt. Ich hatte doch als Kind mal davon geträumt ein eigenes Buch zu schreiben. Im Internet habe ich einen Leitfaden zum Schreiben entdeckt und damit beschäftige ich mich gerade.“ Sie blickte zu ihm: „Im Moment habe ich ja schließlich genug Zeit.“

Clemens war erneut irritiert über diese Aussage. War das ein Wink mit dem Zaunpfahl? Wollte sie ihm sagen, dass er zu selten zu Hause war? Oder nimmt sie die Situation einfach nur so, wie sie ist? Nutzt sie die viele Zeit, die er im Büro sitzt, um etwas für sich selbst zu tun? Es musste so sein. Schließlich sorgte er immerhin für die Familie. Er hatte das Unternehmen. Er verdiente das Geld. Er trug die Verantwortung. Es musste so sein, dass es kein Vorwurf gewesen war, den er da in ihrer Stimme hörte.

Sie redeten an diesem Abend noch ein bisschen auf der Couch miteinander, ohne dass man irgendwelche Vorwürfe hätte heraushören können. Aber beide merkten deutlich, dass etwas bei dem jeweils anderen anders war. Saskia konnte die innere Anspannung von Clemens spüren, auch wenn er nach außen soweit entspannt und locker wirkte. Clemens konnte spüren, dass Saskia irgendwas vermisste, auch wenn sie nach Außen so tat als wäre alles normal.

Clemens lag an diesem Abend lange im Bett wach. 1:14 Uhr war es als er zuletzt auf die Uhr schaute. Er grübelte über die aktuelle Situation. Wollte seine Frau ihm etwas mitteilen? Kümmerte er sich nicht genug um sie? Hatte er daran gedacht die eine Mail zu beantworten? Verbrachte er genug Zeit mit Saskia? Hoffentlich klappt dieser Deal, an dem er dran ist.

Die Gedanken flogen immer wilder durcheinander und verschwammen mehr und mehr.

Zum Glück würde der Wecker morgen früh nicht so früh klingeln wie heute. Clemens hatte nochmal darüber nachgedacht, ob es wirklich so schlau war um 5:30 Uhr aufzustehen und die ganze Morgenroutine über den Haufen zu werfen, nur um ein bis zwei Stunden mehr arbeiten zu können.

Außer einem Wutausbruch und jeder Menge Frust, brachte es ihm eigentlich nichts. Deshalb stand er am nächsten Morgen wieder zur gewohnten Zeit auf. Aufs Frühstück wollte er zwar verzichten, aber nicht auf den Kaffee mit seiner Frau. Er stand in der Küche und mahlte gerade frischen Kaffee, als Saskia verschlafen durch die Tür tapste.

„Morgen“, hauchte sie leise zwischen ihren Lippen hervor.

„Hey“, klang es etwas gezwungen enthusiastisch von Clemens zurück.

„Du machst Kaffee?“, gähnte sie.

„Jep.“

Saskia öffnete einen der oberen Schränke und reckte sich nach einer Müslischale. Mit einem Bein kniete sie sich auf die Arbeitsfläche, um besser ran zu kommen, dabei verlor sie einen ihrer überdimensional großen, rosa Puschen. Mit ihren 1,58m war es nicht so einfach an die oberen Fächer ranzukommen.

Aus dem Augenwinkel bemerkte sie, dass Clemens keinerlei Notiz von ihr nahm. Er antwortete ihr zwar, aber er nahm sie nicht wahr. Mit seinen 1,71m war er zwar auch kein Riese, aber immerhin kam er an die oberen Regale.

Früher hätte er ihr auf den Hintern geschaut und einen neckischen Spruch rausgehauen. In letzter Zeit gab es außer dem obligatorischen Begrüßungs- und Abschiedskuss sowieso wenig Nähe.

„Wann hatten wir eigentlich das letzte mal Sex?“, fragte sie sich.

Nachdem sie sich endlich eine Schale geangelt hatte, schüttete sie sich ein paar Cornflakes rein und goss Milch darüber.

In dem Moment reichte Clemens ihr mit einem Lächeln eine Tasse: „Kaffee ist fertig.“

Nachdem Saskia diesen Gedanken hatte, beschäftigte sie das Thema plötzlich in ihrem Kopf.

„Ob er mich noch attraktiv findet?“, dachte sie.

„Willst du gar keinen Kaffee?“, fragte Clemens, der ihr immer noch die Tasse entgegen hielt.

Damit riss er sie aus ihren Gedanken. „Äh, ja doch. Sorry, bin noch etwas verschlafen“,  antwortete sie hastig.

Sie nahm die Tasse, doch versank gleich wieder in ihren Gedanken. Da kam sie auf eine Idee.

Absichtlich ließ sie ihren Löffel fallen und hob ihn betont langsam und auffallen nach vorne gebeugt vom Boden auf. Sie trug eines ihrer übergroßen Schlaf-T-Shirts. Als der freizügige Ausschnitt nach vorne fiel, blieb kein Raum mehr für Fantasie. Früher hätte er diese Einladung verstanden.

Aber Fehlanzeige. Möglicherweise sah er über den Tassenrand wie sie sich bückte, während er den letzten Schluck nahm, aber mehr auch nicht.

„Hmm.“, dachte sie. Sie war sich nicht ganz sicher, wie das einordnen sollte. War er mit den Gedanken schon im Büro oder konnte sie sein Interesse tatsächlich nicht mehr auf der Schiene wecken?

Clemens stellte seine Tasse auf den Tresen, gab ihr einen Kuss und verabschiedete sich mit den Worten: „Heute wird es nicht so spät. Es ist Freitag, vielleicht können wir was zusammen machen.“

Etwa gegen 7:00 Uhr verließ er das Haus. Um 7:36 Uhr kam er im Büro an. Der Plan sich heute etwas mehr Zeit zu lassen fühlte sich bislang gut an. Fokussiert und motiviert startete er seinen Laptop. Es dauerte nicht lange und seine Mundwinkel sanken nach unten.

42 ungelesene E-Mails und drei Anrufe in Abwesenheit. Er war jetzt gerade nochmal wie lange nicht am Laptop? Zehn Stunden? Und dazwischen lag immerhin die Nacht!

„Und ich dachte schon ich arbeite viel“, grummelte Clemens vor sich.

Nachdem er die anfängliche Frustration runtergeschluckt hatte, stachen ihm die ganzen roten Ausrufezeichen an den Mails ins Auge. Das waren mindestens 15 Stück. Langsam dämmerte ihm, dass etwas nicht stimmen konnte.

Als er die erste Mail gelesen hatte, zog sich seine Magengrube zusammen und ihn überkam ein ganz und gar ungutes Gefühl.

Am Vortag schrieb er gestresst und übermüdet den Konzeptentwurf, was an sich schon ungünstig war. Die zusätzliche Irritation über die plötzlichen Zweifel seiner Mitarbeiter in der Küche sorgten dafür, dass er den Entwurf verschickte, ohne ihn vorher nochmal Korrektur gelesen zu haben. Das sollte sich nun rächen.

Das Konzept wurde von gleich mehreren Empfängern in der Luft zerrissen. Die potentielle Zusammenarbeit und der Deal, den die Firma sanieren sollte, wurde insgesamt in Frage gestellt.

Nachdem er sich seinen eigenen Entwurf nochmal durchgelesen hatte, konnte er dem noch nicht einmal etwas entgegen wirken.

Der Text wimmelte vor Rechtschreibfehlern. Zwei aufeinanderfolgende Absätze widersprachen sich inhaltlich. Die falsche Verwendung technisch wesentlicher Begrifflichkeiten, und, und, und.

Besonders bezeichnet war dieser Absatz:

Das Konzept stellt eindrücklich dar, wie sehr die Verbesserung der Leistung die Leistung verbessert. Durch mit Hilfe unserer Software erreichen wir eine Verbesserung des Wirkungsgrads um bis 50%. Die Effizienz unserer Lösung steigt also etwa die Hälfte des Doppelten im Vergleich vergleichbarer Produkte anderer Mittbewerbender.

Ein unfassbares Kauderwelsch, das jeder Azubi hätte besser beschreiben können. Hätte man Clemens so etwas präsentiert, hätte er es demjenigen um die Ohren gehauen.

Höchst peinlich das Ganze.

Sofort berief er einen Krisenstab ein, um zu beratschlagen wie man nun schnell Schadensbegrenzung betreiben könne. Das Team bestand aus drei Leuten: Viktoria, seiner besten Programmiererin, Umberto, dem Chefingenieur, und Peter, einem seiner erfahrensten Techniker.

Alle sollten ihren Input leisten, um ein neues Konzeptpapier zu erstellen, das auf der technischen Expertise der einzelnen Abteilungen basierte und nicht nur aus zusammengeführten Überlegungen.

Selbstverständlich erklärten sich seine Leute sofort bereit ihn dabei zu unterstützen. Die Stunden vergingen und das Team arbeitete unter Hochdruck. Clemens verließ immer wieder den Besprechungsraum, um sich telefonisch bei seinen Ansprechpartnern zu entschuldigen und irgendwie die Wogen zu glätten.

Es war bereits 14:10 Uhr und ein Anflug von Müdigkeit lag im Besprechungsraum. Das Team war nun seit sechs Stunden ununterbrochen dran zu beraten, zu formulieren und schreiben.

„Vielleicht eine kurze Mittagspause?“, schlug Clemens vor. Alle nickten ohne ihre Arbeit wesentlich zu unterbrechen.

„Ich sage Silke Bescheid. Sie soll was beim Chinesen bestellen.“ Entschied Clemens. Alle nickten.

„Wie immer?“, wollte er noch wissen. Alle nickten.

„Es ist so schön unkomplizierte Mitarbeiter zu haben“, sagte er mit einem freudigen Lächeln. Alle nickten.

Während des Essens wurde zwar nicht weiter gearbeitet, aber natürlich weiter über das Konzept gesprochen. Clemens entschuldigte sich für die kurzfristigen Strapazen, die er seinen Leuten aufbürdete. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass ja aber jedem bewusst sein solle, dass das was sie hier taten nicht innerhalb einiger Stunden hätte fertig sein können.

Viktoria schaute auf die Uhr. Eigentlich etwas länger als man bräuchte um die Uhrzeit abzulesen. Clemens bemerkte das, maß dem aber keine Bedeutung bei.

Weitere Stunden vergingen.

Viktoria schaute immer öfter die Uhr. Gegen 20:00 Uhr warf sie ein, dass sie heute Abend eigentlich mit ihrem Freund verabredet sei und sie ihn nicht einfach sitzen lassen wollen würde. Immerhin sei es Freitag.

Da fiel Clemens ein, was er am Morgen zu Saskia sagte: „Heute wird es nicht so spät. Es ist Freitag, vielleicht können wir was zusammen machen.“

Na toll. Nicht mal Bescheid gesagt hat er. Geplagt von seinem schlechten Gewissen verlor er sich in seinen eigenen Gedanken. Dass sie wieder alleine zu Hause sitzt und auf ihn wartet. Wie das Essen langsam kalt wird und sein unbenutzter Teller auf seinem Platz am Esstisch steht.

„Vielleicht beschäftigt sie sich ja mit ihrem Buch, das sie schreiben wollte und vermisst mich gar nicht so sehr.“, versuchte er sich die Situation selbst schön zu reden. Aber wäre das wirklich so wünschenswert? Dass sie ein Buch ihm vorziehe und dort mehr Erfüllung als in der Beziehung findet? Aber die Firma. Er musste das doch gerade biegen, was er verbockt hat. Hätte es denn nicht einmal gut laufen können?

Hin und her gerissen zermarterte er sich den Kopf wie er sich nun entscheiden solle. Frau oder Firma. Am Ende entschied er sich für die Firma.

Er bat Viktoria noch eine halbe Stunde zu bleiben, danach könne sie gehen. Die anderen beiden blieben noch und zu dritt hatten sie das neue Konzept um 22:43 Uhr fertig gestellt und versendet.

Mit Ringen unter den Augen verabschiedeten sich die drei voneinander. Clemens schaute aufs Handy. Keine Nachrichten.

„Scheiße. Ich hätte ja wenigstens mal Bescheid sagen können.“, dachte er sich.

Zu Hause angekommen versuchte er übertrieben leise die Tür aufzuschließen und traute sich fast nicht die Wohnung zu betreten, weil er Saskia nicht wecken wollte, falls sie schon schlief.

Eigentlich wünschte er sich sogar, dass sie bereits im Bett war, dann könnte er wenigsten einem unangenehmen Gespräch entgehen.

Der Fußboden knarzte unter seinen Schuhen als er versuchte sie abzustreifen.

„Du brauchst nicht leise zu sein. Ich bin noch wach.“, ertönte es aus dem Wohnzimmer.

Reumütig aber bereit sich dem vermutlich aufkommenden Streit zu stellen ging er langsam ins Wohnzimmer, wo Saskia auf der Couch saß. Sie klappte den Laptop zu und sah ihn an. Stille. Sie schaute nicht böse oder anklagend, aber auch nicht freundlich oder wohlwollend. Ein starrer, leerer Blick.

Clemens war sichtlich unwohl diesem Blick standhalten zu müssen. Zunächst traute er sich nicht etwas zu sagen. Er wusste, dass er sich moralisch falsch entschieden hatte und alles was er nun sagen würde, würde wie eine billige Ausrede oder Entschuldigung klingen.

Doch dann war es Saskia, die plötzlich das Schweigen brach: „War schlimm heute?“. Sie klang kühl, sachlich, nüchtern. Es interessierte sie nicht wirklich was er darauf sagen würde. Sie war verletzt und wütend.

Clemens versuchte sich zu erklären. Der Tag war extrem anstrengend und sämtliche Konzentrationsfähigkeit war aufgebraucht, was es nicht leichter machte. Er erzählte von Wolfgang und den drei Kollegen, die in der Küche über ihn getuschelt haben. Dass er das Gefühl habe ihr Vertrauen zu verlieren. Er gab zu, dass es keine gute Idee war so früh aus dem Haus zu gehen, um noch mehr zu arbeiten. Nur dadurch kam er in die Situation, dass er heute so lange im Büro sein musste.

Auf der Couch sitzend ließ er sein Gesicht in die gefalteten Hände sinken, als er erzählte wie peinlich dieser stümperhafte Konzeptentwurf war.

Er machte einen sichtlich angeknacksten Eindruck, was bei Saskia schon wieder eher Mitleid als Wut erzeugte.

Der kühle, starre Blick wich aus ihrem Gesicht und sie legte den Kopf leicht schief. So als ob sie durch seine Hände hindurch Blickkontakt aufbauen wollte. Sie rückte etwas näher an ihn heran. Sie legte die Decke, die ihre Beine bedeckte, über Clemens Rücken als Geste der Versöhnung. Saskia stellte ihre eigenen Bedürfnisse hinten an – mal wieder. Aus Rücksicht zu Clemens, damit er wenigstens zu Hause kein Drama erleben musste.

Clemens nahm die Geste an und legte seinen Kopf an ihrer Schulter an. Für ihn war es erleichternd sich mal anlehnen zu können. Für sie war es ok. Auch wenn die Wut erstmal dem Mitleid gewichen war, blieb dennoch das dumpfe Gefühl nicht beachtet zu werden.

An diesem Abend lag Saskia lange wach im Bett und grübelte.

Sie war hin und her gerissen. Natürlich hätte sie ihm Vorwürfe machen können, dass er sie seit Wochen versetze und heute ganz bewusst sein Versprechen gebrochen hatte. Auf der anderen Seite konnte sie ihm dabei keine Böswilligkeit unterstellen. Es waren äußere Umstände, die ihn mehr oder weniger dazu zwangen.

Aber konnte er das von ihr verlangen, dass sie sich nun permanent hinten anstellen sollte, nur weil er seinen Laden nicht mehr im Griff hatte?

Clemens war sofort eingeschlafen.

Nachdem sie etwa eine Stunde lang die Decke angestarrt hatte und ihren Gedanken nachhing, drehte sie sich auf die Seite und sah Clemens an. Nach einer Weile schlief sie ein.

Am nächsten Morgen war die Stimmung einigermaßen ok. Keine Vorwürfe, keine bohrenden Blicke. Clemens hatte nach wie vor ein schlechtes Gewissen wegen gestern, aber so richtig damit befassen konnte er sich auch nicht. Immer zu blickte er aufs Handy und überprüfte, ob es bereits eine Reaktion auf sein neues Konzept gab.

Irgendwie war ihm klar, dass da nichts kommen würde, es war schließlich Samstag. Auf der anderen Seite fand er, dass dieses Konzept so immens wichtig für seine Firma sei, dass das auch seine potentiellen Partner oder Kunden so sehen müssten. Da wäre es doch angemessen mal eine Antwort darauf zu schreiben. Schließlich würde er auch Samstags und sogar Sonntags arbeiten.

So saß er am Esstisch, wo seine Aufmerksamkeit ständig zwischen seinem Handy und seiner Kaffeetasse wechselte, aus der er immer mal wieder einen Schluck nahm. Unruhig wackelte er mit dem Bein auf und ab.

Saskia saß in ihrer Lieblingsecke auf dem Sofa und beobachtete ihn. Ihr entging dieses ständige Display ein, Display aus natürlich nicht. Es ärgerte sie. Aber sie fühlte sich davon weniger verletzt als angestachelt. Also beschloss sie in die Offensive zu gehen.

„Ich habe bemerkt, dass du mich in letzter Zeit ziemlich selten ansiehst.“

Clemens löste seinen Blick vom Handy, wusste zunächst aber nicht genau was sie meinte. Er warf ihr einen fragenden Blick zu.

„Auf eine begehrende Art und Weise.“, fügte sie erklärend hinzu. „Liegt das an mir?“

„Um Gottes Willen. Nein. Wie kannst du nur sowas denken?“, erwiderte Clemens energisch.

Er begann sein Verhalten wieder mit der Situation auf der Arbeit zu erklären, was sie langsam nicht mehr hören konnte.

„Ist dir eigentlich gestern aufgefallen, dass mir der Löffel nicht zufällig aus der Hand gefallen ist?“, wollte Saskia wissen.

„Welcher Löffel?“, fragte Clemens unsicher.

„Gestern Morgen. In der Küche. Du hast deinen Kaffee getrunken und mir ist „aus Versehen“ der Löffel runtergefallen. Ich hatte mein Wölkchen-T-Shirt an – das mit dem großen Ausschnitt. Du hättest einen wunderbaren Ausblick oder sagen wir besser Einblick haben können.“

„Nein, tut mir leid. Das ist mir nicht aufgefallen.“, entschuldigte sich Clemens.

Clemens hätte es Saskia nach dieser Antwort nicht verdenken können, wenn sie sauer geworden wäre und es nun zu dem Streit gekommen wäre, den er gestern mehr oder weniger erfolgreich umschifft hatte.

Doch Saskia zeigte eine gänzlich andere Reaktion.

Sie stand vom Sofa auf, ging zu Clemens rüber und stellte sich vor ihn. Clemens wusste nicht so recht was das werden sollte und schaute sie abwartend an. Sie sagte nichts, sondern griff stattdessen zum Gürtel ihres Bademantels.

Sie löste den Knoten und öffnete den Bademantel. Darunter war sie komplett nackt.

„Vielleicht hat du ja einen Blick hierfür.“, sagte sie in leicht forderndem Unterton während sie ihm einen lasziven Blick zuwarf.

Ein angenehmes Lächeln zierte Clemens Gesicht als sein Blick auf Saskias Brüsten hängen blieb. Sie hatte unbeschreiblich schöne Brüste. Ein perfektes C-Körbchen mit aufrecht stehenden Nippeln, die genau auf der richtigen Stelle saßen.

Clemens wandte sich auf dem Stuhl sitzend zu ihr hin und schenkte ihr nun seine gesamte Aufmerksamkeit.

Sein Blick wanderte von ihren Brüsten abwärts entlang ihres flachen Bauchs, über ihren süßen Bauchnabel hinweg und endete auf ihrer Klitoris. Dieses kleine Knöpfchen, mit dem er ihr schon so viel Freude bereitet hatte.

Darunter ihre Schamlippen. Kein einziges Haar verdeckte die Sicht auf ihre heiße Vagina.

Erwartungsvoll suchte Clemens Blickkontakt zu ihr, doch bevor er etwas tun oder sagen konnte, hatte sie sich vor ihn hingekniet und begann damit seine Hose runterzuziehen.

Sanft drückte sie seine Knie auseinander, um genügend Platz zu haben, dass sie sich zwischen seine Beine knien konnte.

Mit dem Haargummi, den sie am Handgelenk trug, band sie sich schnell ihre schwarzen, langen Haare zusammen und begann Clemens Penis zu streicheln. Zunächst strich sie über die Oberseite. Dann ließ sie ihre Fingerspitzen langsam seitlich hinunter zu den Hoden gleiten.

Mit ein paar leicht tippelnden Berührungen, wanderte ihre Hand um die Hoden, wo sie sanft damit begann seine Eier zu massieren.

Ein erstes leises Stöhnen glitt über Clemens Lippen, während er den Kopf in den Nacken legte.

Während Saskia mit der einen Hand massierte, umschloss sie mit der anderen Hand den Schaft von Clemens Penis. Sanft bewegte sie ihre Hand auf und ab mit langsam ausholenderen Bewegungen.

Clemens Schwanz begann hart zu werden. Saskias Griff wurde ein wenig fester. Bei der nächsten Abwärtsbewegung ihrer Hand küsste sie die Penisspitze. Zwei weitere Küssen folgten rechts und links der Penisspitze. Danach umschloss sie sie ihn mit ihren Lippen.

Genüsslich begann sie zu saugen, während sie die Handbewegungen vorsichtig fortsetzte. Nach dem Einsatz ihrer Lippen, folgte Saskias Zunge. Sie umspielte gekonnt seine Eichel, was ihn sichtlich geil machte. Ein Lusttropfen nach dem anderen entwich seinem harten Schwanz.

Saskia leckte den gesamten Schaft von unten nach oben ab und saugte dabei jeden einzelnen Tropfen genüsslich auf.

Clemens stöhnte auf.

Saskia rückte noch ein wenig näher an ihn heran und nahm seinen gesamten Schwanz in ihrem Mund auf. Deepthroat konnte sie wirklich gut. Sie hatte Clemens mal anvertraut, dass das ein insgeheimer Fetisch von ihr sei. Am Anfang fiel es ihr schwer, doch sie bauten es immer wieder in ihr Liebespiel mit ein. Mittlerweile nahm sie Clemens gesamte Schwanzlänge in ihrer Kehle auf, ohne den kleinsten Würgereflex. Clemens hatte das Gefühl ihre Mandeln streicheln zu können.

Auch Saskia machte das richtig an. Erste Tropfen ihres heißen Muschisaftes tropften bereits auf den Boden. Mit einer Hand begann sie sich nun selbst zu liebkosen. Zunächst glitt ihr Mittelfinger durch ihre Schamlippen, um etwas von dem kostbaren Saft aufzunehmen. Danach verteilte sie ihn mit ihrer Fingerspitze auf ihrer bereits hart gewordenen Klitoris.

Saskia bewegte ihren Kopf in langen, ausholenden Bewegungen vor und zurück. Mit jedem Mal verschwand Clemens steinharter Schwanz in ihrem Mund. Während sie mit dem Kopf zurück ging, glitt die Hand über die gesamte Schaftlänge nach. Ein unglaubliches Gefühl.

Clemens legte eine Hand auf ihren Kopf. Für Saskia ein unmissverständliches Zeichen, dass es ihm gefiel.

Wieder ging sie mit dem Kopf soweit runter sie konnte und hatte seinen Schwanz bis zum Anschlag im Mund. Mit einigen wenigen rhythmischen Bewegungen bescherte sie ihm einen heftigen Orgasmus. Clemens Schwanz pulsierte und schoss das Sperma in mehreren Ladungen raus.

Die gesamte Wichse mehrerer Wochen unfreiwilliger Enthaltsamkeit landete in Saskias versautem Mund. Wieder keinerlei Anzeichen von Würgen. Im Gegenteil. Genüsslich schloss sie ihre Lippen um seinen Schaft, damit nichts heraustropfte.

Sie blickte nach oben und schluckte die gesamte Ladung runter.

Sie stand auf, drehte sich um sagte: „Komm mit!“

Auf dem Weg zum Sofa ließ sie ihren Bademantel elegant zu Boden sinken.

Sie kniete sich breitbeinig auf das Sofa, um Clemens ihre triefnasse Muschi und ihren geilen Arsch zu präsentieren.

Leider bemerkte sie nicht, dass Clemens bereits mehrfach wieder auf das Handy blickte.

Er wollte schon zu ihr, aber er hatte bemerkt, dass er eine E-Mail bekommen hatte. Es musste eine Reaktion auf sein Konzept sein. Während er vom Stuhl aufstand und Saskia hintergehen wollte, versuchte er irgendwie die Nachricht zu lesen. Aber sie war zu lang.

Er ließ sein Handy auf dem Tisch liegen. Natürlich wäre es die richtige Entscheidung gewesen nun seiner Frau zu folgen. Aber während er zu ihr ging, klebte sein Blick auf dem Handy, das noch auf dem Tisch lag.

Er kniete sich hinter sie und wollte sie ficken. Doch sein Schwanz wollte nicht so richtig. Er wichste ihn ein wenig und spielte daran herum, doch er wurde nicht hart.

Saskia bemerkte natürlich, dass es etwas länger dauerte als sie es erwartet hätte. Schlussendlich spürte sie seinen Schwanz in ihrer engen, feuchten Muschi. Aber irgendwie fühlte es sich komisch an. Kein Rhythmus, keine Leidenschaft und vor allem war sein Schwanz so schlaff wie ein Seil.

Sie schaute über ihre Schulter und sah aus dem Augenwinkel, dass er hinter sich blickte.

„Wieso ist der nicht bei der Sache?!“, dachte sie.

Und es wurde auch nichts mehr. Clemens Bewegungen waren unnatürlich hektisch, unkoordiniert und sein Schwanz blieb schlaff.

Saskia wich nach vorne aus, so dass Clemens Schwanz aus ihr heraus rutschte.

Nicht mal das bemerkte er so richtig. Erst als er nach der dritten Stoßbewegung keinen Widerstand mehr vor sich spürte drehte er seinen Blick wieder nach vorne. Entgeistert schaute Saskia ihn an.

„Guckst du jetzt ernsthaft auf dein Handy, anstatt mich zu ficken?!“, fuhr sie ihn an.

„Oh Gott. Nein! Äh, ja“, stotterte Clemens.

Schockiert ließ sich Saskia in die Couch sinken. Irgendwie war sie nicht mal sauer, sondern einfach nur enttäuscht. Als er vorhin seine Hand auf ihren Kopf legte sollte das wohl nicht bedeuten „Ja, Baby, mach weiter!“, sondern eher „Warte mal kurz, ich muss meine Mails checken.“

Clemens versuchte zu beschwichtigen: „Entschuldige. Bitte entschuldige. Es liegt nicht an dir. Ich bin nur so angespannt wegen des Konzepts…“.

„Konzept, Konzept“, unterbrach ihn Saskia harsch. „Ich höre nichts anderes mehr. Früher hat dir das doch auch nichts ausgemacht. Da hattest du Stehvermögen für zehn und konntest drei, vier Mal hintereinander abspritzen ohne mit der Wimper zu zucken. Und jetzt schaffst du gerade ein einziges Mal? Und dann tust du noch so als würdest du mich ficken?!“

„Du hast recht, Liebling. Bitte. Aber dieser Druck, unter dem ich aktuell stehe. Der ist so enorm groß. Es hängt einfach so viel für mich und für uns daran“, erklärte Clemens in einem flehenden Tonfall.

Dieser Tonfall und diese Formulierung „für uns“ trafen Saskia mal wieder genau an der richtigen Stelle und sie begann schon wieder weich zu werden. Sie beruhigte sich wieder etwas und schwieg erstmal.

„Bitte Schatz. Es war wunderschön. Und es liegt nicht an dir. Ich liebe dich. Ich kann nur momentan leider nicht so, wie sonst“, besänftigte Clemens weiter.

Saskia stand wortlos auf und ging an ihm vorbei, um ihren Bademantel aufzuheben. Während sie sich bückte, blickte sie ihn mit einer Mischung aus Frust und Wut aber auch Verständnis und Vergebung an.

Sie verließ das Wohnzimmer und ging ins Bad.

Clemens schaute ihr nach. Er wusste nicht, ob er ihr nachgehen oder ob er warten sollte bis sich die Situation erstmal beruhigen würde. Sein Gefühl sagte ihm „geh ihr nach“. Sein Verstand sagte ihm „da kam eine Nachricht. Sieh nach, ob das Konzept gut ankam.“

Er entschied sich für seinen Verstand und schaute ins Handy. Tatsächlich, eine Mail des potentiellen Partners. Was stand drin? Hastig scrollte er über den Text und hielt Ausschau nach positiven Wörtern. „Gut“, „nachvollziehbar“, „einleuchtend“, „zufriedenstellend“. Nach diesem Eindruck war ihm die Furcht erstmal genommen, dass er auch das zweite Konzept vermasselt hatte. Nun las er die Nachricht sehr aufmerksam komplett durch.

Sein Eindruck bestätigte sich. Das Konzept kam diesmal gut an. Der Partner gab ein positives Feedback und suggerierte eine mögliche Zusammenarbeit. Clemens fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Klar, in trockenen Tüchern war noch nichts, aber zumindest keimte aus der Hoffnung nun ein kleines Pflänzchen.

Aus dem Badezimmer hörte er Wasser vom Waschbecken rauschen. Saskia würde sich wohl die Zähne putzen. Ob er Zeit hätte die nächsten Schritte vorzubereiten?

„Hmm, vielleicht jetzt gerade lieber nicht. Nicht noch unnötig Öl ins Feuer gießen“, dachte er für sich.

Als kleines Zeichen der Wiedergutmachung begann er den Tisch fürs Frühstück zu decken. Auch frische Brötchen backte er auf. Tat auch mal gut etwas simples abzuarbeiten ohne dabei Entscheidungen treffen zu müssen.

Ein Kommentar zu „Mein Herzensprojekt“

  1. Ich habe mit Begeisterung das erste Kapitel gelesen. Es ist schön geschrieben, man kann sich gut hineinversetzen.
    Ich war zuerst etwas skeptisch bin nun aber neugierig auf den nächsten Teil der Geschichte!

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